Gesunder, natürlicher Schlaf – die Geheimwaffe bei Stress! | 03.01.2018

Die neurobiologische Fähigkeit des emotionalen Gehirns oder wenn der emotionale Speicher überläuft.

Es klingt so einfach: schlafe gut, träume süß, tanke auf und starte frisch und kraftvoll in den Tag.

Wir alle wissen und fühlen am Morgen, wie gut es uns geht, wie beschwingt wir in den Tag starten, wenn wir gut und lange genug geschlafen haben. Die Energie ist aufgefüllt, Tatkraft und Lust begleiten in den neuen Tag.

Doch so selbstverständlich ist es nicht, gesunden und erholsamen Schlaf zu finden. Ein fremdes Bett im Hotel, das Vermissen der vertrauten Umgebung oder Umstände, die uns aus dem Rhythmus bringen genügen oft und der erholsame Schlaf bleibt aus. Die Ursache können wir abstellen oder uns darauf vorbereiten.

Sind es jedoch aktive Gedanken, Sorgen und Ängste, die für schlaflose Nächte sorgen, braucht es mehr Zeit, Aufwand und Fürsorge, die Umstände abzustellen oder Methoden für sich zu finden, die Störer zum Einschlafen auszublenden. Ist die Stressbelastung sehr hoch und über lange Zeitstrecken anhaltend, kehren die Gedanken mitten in der Nacht laut zurück und wecken uns. Ein wiederholtes Einschlafen ist fast unmöglich.Wie fühlen uns gerädert, haben nicht genügend regeneriert und aufgetankt.

Warum ist es so wichtig, gesund zu schlafen?

Neben den medizinischen und bekannten Gründen findet die Neurobiologie eine spannende Antwort. Und zieht ein Bild heran, dass uns sehr vertraut ist.

Ähnlich wie die Datenspeicherung am Ende Tagesauf Datenträger, arbeitet unser Gehirn nachts.

Das emotionale Gehirn speichert ins Großhirn - limbisches System in den Cortex. Diese hochaktive Phase findet in den REM-Phasen oder Traum-Phasen statt. Ein gesunder und ausreichender Schlaf bietet zwischen vier und fünf REM-Phasen an, genug Zeit, alle Daten abzuspeichern und sich am Morgen wohl zu fühlen.
Erinnern wir uns am Morgen an unsere Träume, so haben wir den Datenspeichervorgang beobachtet. Doch manche Träume ergeben so gar keinen Sinn. Die Forscher haben herausgefunden, dass die Daten in Bilder, Emotionen und Töne getrennt werden. Im Traum sehen wir unseren Film zusammengesetzt aus unterschiedlichen Sequenzen unseres Lebens.

Stress, Alkohol und Medikamente können die REM-Phasen verhindern.

Bleiben sie aus, kommt es einem Computer-Absturz gleich. Der Speicher läuft über.

Wir verarbeiten nicht mehr. Die Daten, die den ganzen Tag über im limbischen System abgespeichert werden, bleiben dort. Es ist der Teil des gesamten Gehirns, in dem Emotionen, Erinnerungen und Gewohnheiten abgespeichert und aktiviert werden. Hier werden die emotionalen Entscheidungen und Bewertungen getroffen.

Auswirkungen nach kurzen und schlaflosen Nächten sind uns bekannt. Wenig Entscheidungssicherheit, Konzentrationsschwächen, Nervosität. In der Regel bekommen wir das in der nächsten Nacht mit ausreichend Schlaf wieder in den Griff.
Kommen in hektischen Zeiten weitere Stressfaktoren dazu und verlängert sich der REM-lose Schlaf, dann machen sich weitere Auswirkungen deutlich bemerkbar. Die bewährte Erfahrungs- und Bewertungsmatrix funktioniert nicht mehr. Unsicherheit, mangelndes Selbstvertrauen, Ängste zeigen sich, die Routinen funktionieren nicht mehr. Kein Wunder, der Speicher ist voll und kann auf die Daten nicht mehr zugreifen. Das Bild des Computers, der sich aufgehängt hat, drängt sich auf. Er kann die Arbeitsprozesse nicht mehr abspulen, kann auf die gespeicherten Daten, die er für die Ausführung braucht, nicht mehr zugreifen.

Dieser Stresskreislauf kann unterbrochen werden, in dem wirgesunden und natürlichen Schlaf finden. Der emotionale Speicher kann sich entlasten, die Daten auf die Festplatte speichern.

Doch so einfach ist es nicht. Auch wenn unser Kopf versteht, warum wir nicht schlafen können, unsere Gefühle brauchen mehr Aufmerksamkeit, mehr Achtsamkeit, um loszulassen.

Entspannungstechniken, Atemtechniken und bewusstes Sich-Selbst-Wahrnehmen und Beobachten helfen dabei, den richtigen Weg für sich zu finden.

Ein erster schneller Tipp für Sie: wenn Sie schlaflos im Bett liegen, sich Ihr Gedankenkarussell schnell dreht, lenken Sie die Gedanken ab. Schlüpfen Sie in eine Geschichte, die kraftvoll und spannend ist und die das Potenzial hat, Ihre Gedanken zu fesseln. Es kann ein toller Roman sein. Es kann eine schöne Erinnerung sein, die sie ganz plakativ hervorholen. Versetzen Sie sich in die Situation, sehen Sie die Farben, riechen Sie, spüren Sie und erlauben Sie Ihren Gefühlen zurückzukehren … dorthin, wo Sie Ihre schöne Erinnerungzum ersten Mal erlebt haben. Träumen Sie, lassen Sie sich entführen.

Sicher, es braucht Übung. Doch die Alternative, sich mit sorgenvollen Gedanken im Bett zu wälzen und kraftlos in den Tag zu starten, ist nicht wirklich attraktiv.

Im Stressmanagement kann gesunder, erholsamer und natürlicher Schlaf als erste wichtige Tankstelle kraftvoll unterstützen, wieder ins Gleichgewicht zu kommen.

Autorin: Andrea Weller


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